Ein kurzer Blick hinter die Kulissen des Naturmuseums Südtirol
Das Naturmuseum Südtirol verfügt neben den allseits bekannten Aktivitäten im Bereich der Wissensvermittlung auch über umfangreiche naturkundliche Sammlungen. Sie haben die wichtige Aufgabe, die heimische Flora und Fauna zu dokumentieren und für nachkommende Generationen zu konservieren.
Eine kleine, aber feine Sammlung des Naturmuseums umfasst rund 1.000 Belege der heimischen Fledermausfauna. Es handelt sich dabei um tot aufgefundene Tiere in Kolonien, verstorbene Pfleglinge, Katzenopfer u.ä.
Fledermäuse sind europaweit streng geschützt und dürfen daher auf keinen Fall zu Sammlungszwecken getötet werden. Die Fledermaus-Sammlung des Naturmuseums wurde kürzlich in ein anderes Depot umgelagert und bei dieser Gelegenheit überarbeitet, in neue Sammlungskästen eingeordnet und mit der Datenbank abgestimmt. Sie umfasst Belege der insgesamt 26 in Südtirol bekannten Fledermaus-Arten in Form von Fellpräparaten (sog. Bälge), Schädeln und Alkoholpräparaten. Dabei gibt es Raritäten wie den Schädel der einzigen bislang nachgewiesenen Langflügelfledermaus Miniopterus schreibersii oder wenige, wertvolle Bälge der Großen Hufeisennase, einer Art, die in Mitteleuropa und auch in Südtirol mittlerweile vom Aussterben bedroht ist.
Im Rahmen des Umzugs der Sammlung gab es eine “Parade” der Fledermausbälge – eine Gesamt-Aufstellung aller vorhandenen Fledermaus-Bälge – die in diesem Ausmaß wohl nicht mehr so schnell zu sehen sein wird.
Artikel von Eva Ladurner, 2026

