Kleine Insekten, große Veränderungen

5. März

In Südtirol könnten winzige Pflanzenbewohner eine überraschende Geschichte erzählen: die Entstehung neuer Arten. Darum geht es am 11. März im Naturmuseum Südtirol in einem Kolloquium, das von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol organisiert wird. In italienischer Sprache.

Es geht um Blattflöhe der Gattung Cacopsylla, kleine, zikadenähnliche Insekten, die in enger Beziehung zu bestimmten Wirtspflanzen leben. Einige Populationen haben sich auf unterschiedliche Pflanzen spezialisiert und leben sowie vermehren sich fast ausschließlich auf ihrer jeweiligen Lieblingspflanze. Selbst wenn sie denselben Lebensraum teilen, kommt es nur selten zu Kreuzungen zwischen diesen Gruppen. Mit der Zeit kann diese Trennung zur Bildung neuer Arten führen, die sich äußerlich stark ähneln, genetisch jedoch klar unterscheidbar sind. Das Thema ist nicht nur wissenschaftlich spannend: Manche dieser Blattflöhe übertragen sogenannte Phytoplasmen, Mikroorganismen, die schwere Pflanzenkrankheiten verursachen und landwirtschaftliche Kulturen erheblich schädigen können. Zu verstehen, wie sich diese Insekten entwickeln, ausbreiten und wie Klimaeinflüsse ihr Verhalten verändern, ist daher auch für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Genetische Studien an natürlichen Populationen in Südtirol und anderen Teilen Europas liefern nun neue Erkenntnisse über diese Prozesse. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Auswirkungen der globalen Erwärmung, die die Verbreitung von Phytoplasmen beeinflussen und Risiken für Kulturpflanzen erhöhen könnte.

Darüber sprechen wird Lapo Ragionieri am Mittwoch, 11. März, um 18 Uhr im Naturmuseum Südtirol bei einem von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol organisierten italienischsprachigen Kolloquium. Lapo Ragionieri ist molekularer Entomologe am Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit der Freien Universität Bozen. Seine Forschung konzentriert sich auf die Populationsgenetik verschiedener Insektenarten, mit besonderem Fokus auf Arten, die als Vektoren von Phytoplasmen fungieren und eine Bedrohung für landwirtschaftliche Kulturen darstellen.

 

Die Teilnahme ist kostenlos, es wird jedoch empfohlen, sich auf der Website des Museums anzumelden. Der Vortrag wird auch auf dem YouTube-Kanal des Museums übertragen.

 

Info: Tel. 0471 412964
Di – So, 10:00 – 18:00 Uhr / mar – dom, ore 10:00 – 18:00

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