Die verborgene Rolle von Flechten und Bryophyten in Wäldern

Thema: Museum
5. Februar

Um Organismen, die sehr empfindlich auf Temperatur und Feuchtigkeit reagieren, geht es am 11. Februar im Naturmuseum in einem Kolloquium, das von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol und in Zusammenarbeit mit der Italienischen Gesellschaft für Lichenologie organisiert wird. Eine Biologin erklärt, wie diese Gemeinschaften auf Umweltveränderungen reagieren und welche Rolle sie in Waldökosystemen spielen, auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

In Waldökosystemen bestimmt das Mikroklima die Verteilung der Organismen und reguliert wichtige ökologische Prozesse. Dazu gehören Organismen, die besonders empfindlich auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagieren und einen wesentlichen Beitrag zum Wasser- und Energieaustausch im Wald leisten, nämlich die nicht-gefäßpflanzlichen Epiphyten, die auf der Oberfläche anderer Pflanzen (in der Regel Bäume) leben, ohne diese zu schädigen und ohne Leitgefäße zu haben. Zwei Beispiele für solche Organismen sind Bryophyten – nicht-gefäßführende Pflanzen, also Pflanzen ohne echte Wurzeln, Stängel und Leitgefäße – und Flechten – Organismen, die aus der Verbindung zwischen einem Pilz und einem photosynthetischen Organismus entstehen, die in Symbiose leben. Trotz ihrer wichtigen Rolle für das Funktionieren der Waldökosysteme werden diese Organismen oft vernachlässigt.

 

Im Rahmen des von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol organisierten italienischsprachigen Kolloquiums am Mittwoch, 11. Februar, um 18 Uhr im Naturmuseum Südtirol mit dem Titel „Licheni ed epifite non vascolari nel microclima forestale: guardare al piccolo per capire il grande ” vertieft Giulia Canali die Bedeutung des Waldmikroklimas für die Ausprägung nicht-gefäßpflanzlicher epiphytischer Gemeinschaften und deren Reaktionen auf Umweltveränderungen. Die Umweltbiologin präsentiert einige Ergebnisse aktueller Studien über die Mechanismen der Wasser- und Wärmeregulierung von Flechten und Bryophyten innerhalb der Gemeinschaft.

 

Giulia Canali beschäftigt sich seit 2019 mit Flechten. Ihre Forschung verbindet Biologie, Ökologie und Ökophysiologie, um den Einfluss des Mikroklimas auf die Verbreitung von Flechten, ihre physiologischen Reaktionen sowie die ökologischen Interaktionen nicht-gefäßpflanzlicher epiphytischer Gemeinschaften zu untersuchen.

Die Teilnahme ist kostenlos, es wird jedoch empfohlen, sich auf der Website des Museums anzumelden. Die Konferenz wird auch auf dem YouTube-Kanal des Museums übertragen.

 

Info: Tel. 0471 412964
Di – So, 10:00 – 18:00 Uhr / mar – dom, ore 10:00 – 18:00

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