Gecko-Nachwuchs

8. Januar

Gleich zwei Himmelblaue Zwergtaggeckos sind geschlüpft, eine Eidechsenart, die vom Aussterben bedroht ist.

Die beiden Elterntiere der Art Lygodactylus williamsi hatten sich im Oktober in ihrem Terrarium der Sonderausstellung „Dragons – Die wunderbare Welt der Echsen“ gepaart, als diese noch für die Öffentlichkeit zugänglich war, und legten Ende Oktober zwei Eier an die Rückwand des Terrariums.

 

Am 2. November, nachdem das Museum wegen der Covid 19-Epidemie geschlossen werden musste, brachte der Züchter Ales Mlinar die beiden Elterntiere zusammen mit allen anderen Reptilien der Ausstellung nach Slowenien. Die kleinen Eier mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter hingegen waren zu empfindlich, um transportiert zu werden, und wurden im Terrarium des Museums gelassen; hier pflegte sie das Team des Museums über zwei Monate lang, Temperatur und Luftfeuchtigkeit wurden täglich überwacht und der Tag-Nacht-Lichtzyklus wurde wie in der Natur simuliert.

 

Gestern dann die erfreuliche Nachricht: „Die kleinen Zwergtaggeckos sind gestern Vormittag geboren und etwa drei Zentimeter lang“, erklärt Massimo Morpurgo, Kurator für Aquarien und Terrarien im Museum, und fügt hinzu: „Bald wird der Besitzer die Neugeborenen abholen, aber vielleicht können sie nach Bozen zurückkehren, sobald wir das Museum und die Ausstellung wieder öffnen können“. Die Geburt der beiden Geckos wurde sofort dem Landesamt für Jagd und Fischerei gemeldet.

 

Die himmelblauen Zwergtaggeckos sind aufgrund der Zerstörung von Lebensräumen und des illegalen Handels als Haustiere vom Aussterben bedroht und genießen deshalb den höchsten Schutz des Vertrags über den internationalen Handel mit gefährdeten frei lebenden Tieren und Pflanzen.

 

Sie erreichen eine maximale Länge von acht Zentimetern. Die Männchen sind leuchtend blau mit breiten schwarzen Streifen an der Kehle, die Weibchen sind braun oder bronzefarben bis hellgrün und haben wenig bis gar kein Schwarz, die Unterseite beider Geschlechter ist orange. Diese Eidechsenart lebt ausschließlich in den Tropenwäldern eines kleinen Gebiets in Tansania (Ostafrika) und zwar auf großen Schraubenbäumen, meist in der Baumkrone; sie ist tagaktiv und ernährt sich von kleinen Insekten und Blumennektar. Die Hartschaleier (eines oder zwei) werden an sicheren und versteckten Stellen auf eine Oberfläche geklebt; die Kleinen schlüpfen dann je nach Temperatur der Umgebung nach 60 bis 90 Tagen.

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