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Herbarium BOZ: Sammlung Rupert Huter

Das Herbarium Huter beinhaltet 74025 Belege von hohem wissenschaftlichen Wert!

Rupert Huter, geboren 1834 in Kals am Großglockner, gestorben 1919 in Ried bei Sterzing, Priester von Beruf, war ein eifriger Pflanzensammler und Erforscher der Flora der (Ost-)Alpen. Er hinterließ der Nachwelt ein umfangreiches Herbarium von hohem wissenschaftlichen Wert. Das Herbarium ist Eigentum des Bischöflichen Instituts Vinzentinum in Brixen, wird aber seit 2010 im Naturmuseums Südtirol in Bozen (BOZ) aufbewahrt und wissenschaftlich betreut (Dauerleihgabe). Nach 20jährigen Restaurierungsarbeiten und Katalogisierung der Belegdaten ist das Herbarium Huter seit Ende 2016 nun vollständig erfasst.

 

Das Herbarium Huter beinhaltet 74025 Belege und lässt sich grob in vier Teile gliedern: Die Kernsammlung, von Huter in 107 Faszikeln und mit einem eigenen Katalog überliefert, der sich an Nyman‘s Conspectus Florae Europaeae anlehnt, umfasst 69% und besteht ausschließlich aus Gefäßpflanzen. Das Exsikkatenwerk der „Flora exsiccata Austro-Hungarica“, an dessen Aufbau und Verteilung sich Huter beteiligte, nimmt 6% des Herbariums ein. Ein dritter Teil (16%) lässt sich der Kryptogamensammlung von Hieronymus Gander zuordnen, einem großen Kenner der Laubmoose Tirols. Alle weiteren, kleineren, ohne das Zutun Huters in die Sammlung des Vinzentinums gelangten, aber von ihm betreuten Konvolute sind in den „Zusatzfaszikeln“ zusammengefasst. Sie entsprechen den verbleibenden 9% des Herbariums Huter.

 

Die wichtigsten Sammler im Herbarium Huter sind: H. Gander (seine Moossammlung ist Teil der Sammlung Huter), Pietro Porta, Gregorio Rigo und Huter selbst. Sie prägten auch den geografischen Schwerpunkt des Herbariums: 87% des Pflanzenmaterials sind europäischen Ursprungs (v.a. Italien und Österreich). Durch massiv betriebenen Tauschhandel kam Huter aber auch in den Besitz von außereuropäischen Pflanzenbelegen (v.a. Türkei, Russische Föderation, Algerien).

 

Die wichtigsten Pflanzengruppen im Herbarium Huter stellen die Gefäßpflanzen (83%, darunter besonders prominent die Asteraceae, Poaceae, Fabaceae) und die Moose (15%). Flechten, Algen und Pilze sind nur marginal vertreten (2%).