Die Ausstellung macht auf die Tradition der wissenschaftlichen Zeichnung aufmerksam. Die Teilnehmenden der Treffen „Natur zeichnen“ im Naturmuseum präsentieren eine Auswahl ihrer Arbeiten, die sie mit Tusche in unterschiedlichen Stilen oder mit Bleistift und Aquarellfarben gefertigt haben.
Die wissenschaftliche Zeichnung erfasst Objekte mit großer Präzision, reduziert aber zugleich ablenkende Details. Sie kann Ausschnitte sichtbar machen, die erst durch die Präparation und mit Blick ins Mikroskop gesehen und dadurch verständlich werden. Darin ist die Zeichnung der Fotografie und der Computergrafik überlegen. Souveränes Zeichnen erfordert sehr viel Übung und Zeit, auch professionelle Zeichner brauchen einige Tage bis Wochen; das hat seinen Preis. Daher werden immer weniger Zeichnungen dieser Art beauftragt. Und doch: Jede individuelle Zeichnung hat etwas Einzigartiges. Im idealen Fall wird ein Dokument der Natur zum Kunstwerk; seine Strukturen werden von den Betrachtern länger im Gedächtnis behalten als solche der Design-Programme. Für das Naturmuseum gute Gründe, das Zeichnen nach der Natur weiterhin zu fördern.