Erfassung des Typusmaterials im Herbarium des Naturmuseums Südtirol (BOZ).

2018
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2020

Typusmaterial im Herbarium BOZ: Botanische Schätze Südtirols im digitalen Zeitalter

Seit Januar 2018 führt das Naturmuseum, finanziert vom Forschungsfond der Abteilung Südtiroler Landesmuseen, eine Typusrecherche im museumseigenen Herbarium (BOZ) durch.  Ein Typus ist das einer Artbeschreibung zu Grunde liegende Belegmaterial. Das heißt, für die Pflanze mit Namen Arnica montana (Arnika) muss es einen Herbarbeleg, den Typus, geben, auf den sich – im besten Fall – auf immer dieser Name bezieht. Dieser Typus muss in einer öffentlichen Institution (Museum, Universität) deponiert und für die Wissenschaft zugänglich sein. Er dient als absolute Referenz für die Namensgebung einer Art und ist damit von besonders hohem wissenschaftlichen Wert.

Das Herbarium BOZ umfasst mehrere Sammlungskonvolute, darunter einige wichtige historische, wie jene von Rupert Huter und Georg Treffer. Ziel des Projektes ist, gerade in diesen historischen Sammlungen vermutetes Typusmaterial dingfest zu machen. Da dieses in der Regel nicht als solches gekennzeichnet ist, kann es erst durch mühevolle Literatur-Recherche erkannt werden. Vorarbeiten haben bereits gezeigt, dass das Herbarium BOZ einiges an Typusmaterial enthält und noch mehr davon erwartet werden kann.

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten und Museum Berlin-Dahlem (Elke Zippel) und dem Naturhistorischen Museum Wien (Heimo Rainer). Das gesichtete Typusmaterial wird gescannt und samt digitalen Informationen in internationale Datenbanken (JSTOR, GBIF) eingespeist.