Vormerkung

Da die Maximalanzahl an Besucher*innen im Museum begrenzt ist, empfehlen wir eine Online Vormerkung Ihres Besuchs.

Die Ergebnisse der City Nature Challenge 2020

4. Mai

Was für ein Erfolg: Über 3.246 Beobachtungen, 900 identifizierte Arten und 145 TeilnehmerInnen!

Die sanitären Vorgaben polten die City Nature Challenge 2020 in Corona Nature Challenge um. Challenge blieb es, wenn auch nicht im Sinn eines Wettstreits. Die Teilnehmenden aus Südtirol nahmen die Herausforderung an, wildlebende Pflanzen, Tiere und Pilze in ihrer Wohnumgebung zu identifizieren: 3.246 Beobachtungen innerhalb eines verlängerten Wochenendes. Über 900 Arten und 146 Beobachter sprechen für reges Interesse. 

 

Am Sonntag, 03. Mai 2020 ging die internationale City Nature Challenge zu Ende. Nach den Erhebungen vom 24. bis 27. April fand die Woche der Überprüfung statt, die Daten sind nun ausgewertet: insgesamt wurden über 900 Arten gemeldet.

 

Mit welchen Tieren, Pflanzen und Pilzen leben wir zusammen? Für Südtirol ist die Antwort: Gundermann (28 Meldungen), Schöllkraut (27) und Persischer Ehrenpreis (21), Amsel (21), Honigbiene (21) und Mauereidechse (21). Das überrascht nicht, Gundermann und Ehrenpreis kommen an Wegrändern und in Rasenflächen vor, vom Talboden bis zum Mittelgebirge. Auch die Amsel, ursprünglich im Wald daheim, passte sich an das Leben in Stadt und Dorf an. Die meisten Menschen hatten wenigstens einen Balkon als Untersuchungsgelände, eine Hauswiese oder machten kleine Spaziergänge. Im Vergleich wurden sehr wenige stärker an Innenräume angepasste Arten wie Dörrobstmotte und Zitterspinnen gemeldet.

 

Sehr aktiv waren die Beobachterinnen und Beobachter aus Bozen, Meran, Brixen und aus dem Pustertal. Den Rekord an Sichtungen und Arten hält Ulten dank Julia Schwienbacher und ihrer Familie. Das Team von Eurac Research wertete die Meldungen aus, unterstützt wurde es beim Bestimmen der Pflanzen vom Naturmuseum Südtirol, dritter Partner in der Organisation war das Amt für Natur, alle drei sind vereint in der Plattform Biodiversität. Es sind in der CNC 2020 alle Arten vertreten, die in diesen Lebensräumen zu erwarten sind; die Ausweitung des Untersuchungsgebiets über die Städte hinaus ergab mehr Möglichkeiten und Arten, die im reinen Stadtgebiet kaum zu finden sind, wie Feuersalamander oder eine Reihe von Schmetterlingen. Matteo Anderle, EURAC Research: „Ein solches Citizen Science-Projekt ist eine groβartige, weitflächige Unterstützung unserer systematischen und kontinuierlichen Erhebungsarbeit“.

 

Im Rahmen der CNC wurde auch eine Reihe von besonderen und seltenen Arten beobachtet. So etwa die Ackerröte (Sherardia arvensis), sie war in Südtirol auf Weiden und in Äckern weit verbreitet. Mittlerweile wird die Art in der Roten Liste als stark gefährdet gelistet. Die CNC-Meldung der Ackerröte kam aus Bozen. Ein großer Teil der erhobenen Daten wird in die Datenbank des Naturmuseums eingespielt.

 

Bei den Tieren fällt die Würfelnatter auf, die Art ist eng an Gewässer gebunden, aber auch aus städtischen Bereichen bekannt. Die Hornissen-Meldungen aus Brixner, Bozen und Terlan sind wertvoll, da Hornissen in den letzten Jahrzehnten selten geworden sind.

 

David Gruber, Direktor des Naturmuseums Südtirol, bringt das Ergebnis auf den Punkt: „Wir sind begeistert, dass so viele unserem Aufruf folgten, wildlebende Natur in und ums Haus zu suchen. Mit so vielen Beobachtungen hätte ich nicht gerechnet. Die erste CNC werte ich daher als großen Publikumserfolg, der uns in unserer Öffentlichkeitsarbeit bestätigt.“

 

Auswertung und alle Zahlen zur CNC South Tyrol 2020 sind zusammengestellt auf https://www.inaturalist.org/projects/city-nature-challenge-2020-south-tyrol

 

Interessierte können das ganze Jahr Beobachtungen über die App iNaturalist melden. Anregungen und weiterführende Informationen finden sich auf der Webseite des Naturmuseums Südtirol https://www.natura.museum/de/magazine/city-nature-challenge-2020.

Hier finden Sie weitere Artikel, die Ihnen gefallen könnten.

27. August
Premiere Mondwärts
18. September
Neues Massensterben identifiziert