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Die Fossilfundstelle Kühwiesenkopf (Olanger Dolomiten)

2002
 - 
2003

Die Überreste eines der ältesten und komplexesten triassischen Ökosysteme in Europa wurden am Kühwiesenkopf in den nördlichen Dolomiten gefunden.

In einem besonders artenreichen Horizont am Kühwiesenkopf (Olang, Pustertal) wurde eine gut erhaltene fossile Fauna und Flora entdeckt. Die Fossilienfundstelle wurde vom Sammler Michael Wachtler 1999 der Öffentlichkeit bekannt gemacht und die Fossilien teilweise von ihm geborgen.

 

Die Fossillagerstätte Kühwiesenkopf zeichnet sich durch den exzellenten Erhaltungszustand einer für Mitteleuropa seltenen Pflanzengemeinschaft des Anisiums (Mitteltrias) aus. Es wurden Blätter, Äste, Stämme, Zapfen und Samen von mindestens 36 Arten (29 Gattungen) identifiziert, die den Bärlappgewächsen, Schachtelhalmen, Farnen, Samenfarnen, Cycadeen und Nadelbäumen (Koniferen) angehören. Besonders interessant sind die vielen neuen Arten und deren hoher Reichtum bei den Samenfarnen und Cycadeen. Wegen der zahlreichen und hochwertigen Funde war es möglich, das Erscheinungsbild der entsprechenden urzeitlichen Pflanzen genauer als bisher zu rekonstruieren. Aus Sicht der fossilen Pflanzen reiht sich die Fundstelle am Kühwiesenkopf nunmehr unter die vier wichtigsten Fundstellen für mitteltriassische Pflanzenfossilien in Europa ein; neben den Vogesen (Frankreich), Bremke (Deutschland) und Recoaro (Venetianer Voralpen).

 

Außerdem wurde am Kühwiesenkopf das bislang einzige fossile Reptilienskelett (Megachirella wachtleri) Südtirols gefunden, zusammen mit verschiedenen Fischskeletten. Mehrere Fischskelette (u.a. Saurichthys, Bobasatrania, Peltopleurus, Dipteronotus), die ebenfalls nur sehr selten in den Dolomiten aufgefunden wurden, bilden einen weiteren wissenschaftlich wichtigen Aspekt dieser Fundstelle. Interessant ist dabei der relativ hohe Artenreichtum: Von den bislang acht untersuchten Exemplaren sind drei in der Mittleren Trias äußerst selten, einige sind Meeresfische, andere wiederum bewohnten Süß- oder Brackwasserbereiche.

 

Die Wirbellosen sind durch Ammoniten (Sturia sansovinii, Acrochordiceras sp.), Brachiopoden (v.a. Mentzelia mentzelii), Bivalven (z.B. Mysidioptera cainalloi, Neomorphotis compta, Pleuromya brevis, Entolium discites) und Gastropoden vertreten. Weiters wurde der stratigraphische Aufschluss nach Foraminiferen und Pollen hin untersucht.